Welche Personengruppen sind besonders
burnout-gefährdet?
Wie wir bereits wissen ist der Begriff Burnout heutzutage in
aller Munde, doch es stellt sich primär die Frage "Ab
wann ist Erschöpfung nicht mehr nur Erschöpfung, sondern
krankhaft und zieht einen großen Leidensdruck nach sich?".
Von Burnout ist die Rede, wenn eine Person über einen längeren
Zeitraum hinweg massivem Stress ausgesetzt ist, ohne sich ausreichend
entspannen bzw. zu Ruhe kommen zu können. Sobald Stress zum
Dauerzustand wird, sollte man innehalten und sein Leben überdenken,
bevor dies schwerwiegende Folgen hat. Anzeichen für diese
Krankheit sind: totale Erschöpfung, Unfähigkeit zur
Bewältigung des täglichen Lebens, Überforderung,
Müdigkeit, Kopfschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden, physischer
und sozialer Rückzug, Antriebslosigkeit, Depression, Schlafstörungen
etc.
Frauen sind häufiger betroffen
Burnout war in den 1990er Jahren die sogenannte Managerkrankheit,
doch wichtig zu wissen ist, dass jeder Mensch tendenziell irgendwann
in seinem Leben von dieser Krankheit betroffen sein kann, aber natürlich
gibt es gewisse Gruppen, die besonders gefährdet sind. Laut
diversen Statistiken besteht das höchste Risiko an Burnout
zu erkranken bei Frauen. Frauen kümmern sich meist um die Kinder,
den Haushalt und gehen arbeiten. Wenn dann vielleicht noch die Schwiegermutter
oder eigene Mutter zum Pflegefall wird, kommt es oftmals zu einer
immensen Überbelastung. Frauen opfern sich meist selbst vollkommen
in ihrer Aufgabe für andere Menschen auf.
Besonders gefährdete Berufsgruppen
Aber auch gewisse Berufsgruppen sind mehr gefährdet als andere.
So verlangt die Arbeit in einem sozialen und gesundheitlichen Beruf,
wie z. B. Krankenschwester oder Altenpfleger und oftmals auch Ärzte,
sehr viel von einem ab. Diese Berufsgruppe ist einer meist sehr
hohen physischen und physischen Belastung ausgesetzt. Zeitdruck
am Arbeitsplatz und Schichten mit 12 Stunden und mehr bzw. auch
Nachtschichten, führen zusätzlich zu einer erhöhten
Belastung.
Ebenso oft betroffen sind Lehrer. Eine "Horde" Schüler
unter Kontrolle zu halten ist nicht immer ganz einfach, und wenn
die ganze Klasse oder Teile davon nicht mitziehen, dann entsteht
sehr oft eine Stresssituaton. Eine außer Kontrolle geratene
Schulklasse bedeutet zudem eine mangelnde Anerkennung sowie Akzeptanz
dem Lehrer gegenüber, was das Selbswertgefühl sehr schnell
in Mitleidenschaft ziehen kann - da keine Erfolgserlebnisse zustande
kommen. Folglich verliert man auch den Spaß an der Arbeit.
Noch mehr Stress entsteht und somit ist man noch ausgelaugter und
die Gefahr von Aggressionen wächst. Ein Teufelskreis also.
Aber auch in Positionen, in denen man eine leitende Stellung bzw.
sehr viel Verantwortung besitzt, wie beispielsweise Manager und
Führungskräfte, sind Druck und Anforderungen oftmals ziemlich
hoch. Oftmals wird von ihnen gefordert über ihre Grenzen zu
gehen und ein uneingeschränktes Engagement an den Tag zu legen.
In der heutigen Zeit sind vor allem auch viele Pädagogen von
dieser Krankheit betroffen. Oft investieren sie viel mehr in ihren
Job, als sie zurückbekommen und die Anerkennung für ihre
Leistung ist ebenso meist mäßig. Burnout bedeutet meist
Arbeitsunfähigkeit, auf jeden Fall auf unbestimmte Zeit und
somit kommt zum bereits fast unerträglichen Druck auch noch
eine finanzielle Belastung hinzu.
Burnout als neue Volkskrankheit?
Fast scheint es so, als wäre Burnout das Modewort des 21.
Jahrhunderts, Fakt ist jedoch, dass die Arbeitnehmer heutzutage
nicht mehr körperlich sondern psychisch voll belastbar sein
müssen. Burnout ist eine Krankheit, die sich quer durch die
Gesellschaft zieht und vor keinem Halt macht. Burnout ist ebenfalls
keine Frage des Alters, denn bereits junge Menschen können
z. B. mit dem Studium oder dem Beruf krankhaft überfordert
sein.
Fazit: Die meisten Jobs verlangen
heutzutage ein höchst maß an Perfektion, doch auch
die Anforderungen, die das Leben stellt, sind in den letzten Jahrzehnten
gestiegen. Mittlerweile ist Burnout zu einer Volkskrankheit avanciert.
Jedoch ist nicht gesagt, dass jeder der einen anstrengenden Job
bzw. ein sehr intensives Leben hat, irgendwann an Burnout erkranken
wird. Wenn man das, was man macht, gerne macht, ein positives
Feedback bekommt, sich entfalten kann und in einem angenehmen
Umfeld lebt und arbeitet, wird es bei 99% der Menschen nie zu
so einem Eklat kommen.
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